datiert auf das Jahr 1583 Neuzeit

Im Herzen Remdans, eingeklemmt zwischen den Gebirgsketten des Himorgas und Len'val'voras, liegen die ausgedehnten Wälder von Tuil'venem. Seit jeher sind diese Wälder Heimat und Festung des Volkes der Elfen, genauer gesagt der Edhel-moir; die Erwählten. Dieses Volk der Elfen ist zu guter Recht stolz auf seine Errungenschaften: soweit die Erinnerung zurückreicht, hat das Elfenreich existiert. Während ringsumher Völker aufstiegen, Kulturen entstanden, aufblühten und wieder zerfielen, bewahrte das Elfenreich seine Grösse und Stärke. Der Grund für die ausserordentliche Langlebigkeit des Elfenreiches mag in der strikten und rigiden Kultur der Elfen liegen. Äusserst starre und strengstens befolgte Regeln kontrollieren beinahe alle Bereiche des täglichen Lebens, privat wie auch öffentlich. Dieser Verhaltenskodex, aufgezeichnet in den Rollen des Weisheit und verfasst von der grossen Philosophin Mavas'tenua Sonnenglanz, lernen Elfen schon von frühester Kindheit an zu befolgen. Durch ihn wurden auch die fünf Kasten der Elfenphilosophie geschaffen, die das Leben der Elfen bis heute wesentlich bestimmen.

Sozialstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in den Rollen der Weisheit festgelegt, teilt sich die Gesellschaft der Edhel-moir in fünf Kasten auf; die Herrscher, die Krieger, die Priester, die Schöpfer und die Veränderer. Die Verantwortung der Herrscher ist es, das Reich zum Wohle des Volkes zu führen. Die Aufgabe der Krieger ist es, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Den Priestern obliegen die Pflichten der Sakramente, während sich die Schöpfer um die schönen Künste und das Handwerk kümmern. Die grösste Kaste, die Kaste der Former, kümmert sich um die Versorgung des Volkes. Es ist strengstens verboten, zwischen den Kasten zu heiraten oder sogar Kinder zu zeugen. Dies, so die Überzeugung, zerstört die magischen Fähgikeiten des Kindes und macht es für seinen Dienst an der Gesellschaft unbrauchbar. Meistens werden solche Kinder schon vor der Geburt resobiert; Elfenweibchen haben diese Fähigkeiten.

Die Kaste eines Elfen bestimmt sich durch dessen Familie. Jede Elfenfamilie ist stark verzweigt mit vielen hundert Mitgliedern, die grösseren Familien umfassen teilweise sogar mehrere tausend Seelen. Angeführt und geleitet wird eine Familie von dem Altvater oder der Altmutter, welche aus den Rängen der Söhne, Töchter, Enkel, Nichten oder Neffen einen Erben bestimmen. Die meisten Familien wiederum gehören einem Haus an; einer Vereinigung von gleichgesinnten Familien. Fast immer wird ein Haus von einer einzelnen, besonders mächtigen oder einflussreichen Familie angeleitet. In wenigen Fällen kann es auch vorkommen, dass ein Rat von Alteltern das Haus leiten. Dies ist jedoch nur bei den politisch weniger engagierten Kasten der Fall, wie zum Beispiel bei den Formern oder den Schöpfern. Wird ein Haus von einer Einzelperson geführt, so trägt diese den Ehrentitel Herrscherin-Mutter, beziehungweise Herrscher-Vater.

Die Struktur der elfischen Gesellschaft ist äusserst starr. Die exekutive Gewalt liegt in den Händen der einzelnen Familien eines Hauses. Kleine Armeen unter dem Kommando des Familienoberhauptes sichern das Gebiet einer Familie. Mehrere Familien formen ein Haus, Kasten trennen die einzelnen Familien und Häuser. Innerhalb von Haus, Sippe und Familie ist alles, aber auch alles, durch Rituale und Zeremonien geregelt. Sogar der Krieg und die Fortpflanzung folgt strengen Vorgaben, sie zu verletzen kann drakonische Folgen nach sich ziehen. Ehre und das Konzept von Sha'al'anur, der "Haltung der Augen", wie der Kodex von Ehre und Verpflichtung genannt wird, dominieren das elfische Denken und erhalten dieses äusserst komplexe Gesellschaftsgebilde aufrecht. Nicht selten endet eine Verletzung dieses Kodex' in rituellem Selbstmord, um die angerichtete Schande zu vergelten und die beschmutze Ehre von Familie und Haus wieder her zu stellen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussenstehende und Fremde nehmen das Elfenreich gerne als homogenes Ganzes wahr. Dies ist aber keinesfalls so. Vielmehr entstand das Reich der Edhel-moir aus zwei unabhängigen Reichen, die sich gegenseitig über Jahrhunderte hinweg bekämpft und bekriegt haben. Erst der Sieg des nördlichen Edhel-moir-Reiches über das Südliche konnte dies beenden. Trotz des Sieges blieb das südliche Reich, zumindest de-juro, unabhängig. De facto aber waren nun sowohl das südliche wie auch das nördliche Reich unter der gleichen Herrschaft. Dies hat sich bis in die Gegenwart gehalten.

Die Politik der Edhel-moir wird im Wesentlichen von drei grossen und fünf kleinen Häusern bestimmt; die Häuser Ûlal'beres, Vaîl'ama'ran, Evail'ula bestimmen dabei den Kurs der Politik. Bis vor wenigen Jahren war das Haus Vaîl'ama'ran das dominierende und auch mächtigste Haus. Im Krieg des Morgens, vor rund fünfzig Jahren, änderte sich dies. In einem brutalen aber kurzen Krieg übernahmen die Familien des Hauses Ûlal'beres die Kontrolle über die Hauptstädte Natas Aniel und Natas Velên. Im Folgenden wurde der Hohe Rat vom Haus Ûlal'beres vollkommen neu besetzt, viele Angehörige der Familien des Hauses Vaîl'ama'ran gingen ins Exil.

Genau so verworren wie die gesellschaftlichen Regeln sind die Gesetze der Elfen. Tausende von Büchern erfassen alle Paragraphen, Ausnahmen und Sonderregelungen, welche vom Hohen Rat des Reiches beschlossen werden. Doch während der Hohe Rat, zumindest pro-forma, die Gesetze erlässt, verleiht alleine das Wort der Herrscherin-Mutter (oder des Herrscher-Vaters) des dominierenden Hauses den Gesetzen überhaupt Macht.

Daher ist auch die Tradition, dass sämtliche vom hohen Rat erlassene Gesetze durch die kleinen Kammern des beiden getrennten Reiche des Südens und Nordens bestätigt werden müssen, nicht mehr als genau das; eine leere Tradition ohne irgendwelche Bedeutung; nie würden es die kleinen Kammern wagen, das Wort des Herrschers in Frage zu stellen. Geschichte Über die Herkunft des Volkes der Elfen ist bedauernswert wenig bekannt. Will man den Legenden über den Krieg der Vorzeit und das Zerbrechen der Welt Glauben schenken, so existierte einst eine mächtige Kultur, welche Menschen, Elfen und Zwerge in sich vereinte. Was geschah, ist nicht bekannt; die Legenden schweigen sich darüber aus. Ein Krieg "Bruder gegen Bruder, Unbegabte gegen Begabte" soll es gegeben haben, so zumindest verichtet Korames' Sonnenwind-Zyklus, dessen älteste existierende Kopie in den Händen des Hauses Suil'viro'mae befindet. Weiter berichtet der Sonnenwind-Zyklus, dass nach dem Krieg war das Gesicht der Welt verändert und die Völker in alle Himmelsrichtungen verstreut. Die Elfen, drei grosse Sippen und fünf kleinere, standen noch über Jahrtausende über so genannte "Gwondai-Tore" mit einander in Kontakt. Ein Artefakt, von dem man vermutet, es könnte sich dabei um ein Gwondai-Tor handeln steht im Sa'urai-Tempel in Natas Velen; ein aufrecht stehender Steinkreis von etwa zehn Fuss Durchmesser. Dem Author war es vergönnt, das Artefakt in Augenschein nehmen zu können, konnte jedoch keine Hinweise auf magische Fähigkeiten finden; es handelt sich dabei vermutlich um eine Fälschung.

Was immer auch geschah; die Elfen von Tuil'venem waren die ersten, die sich davon erholten. Innerhalb von dreitausend Jahren entstanden fünf blühende Königreiche innerhalb der Wälder von Tuil'venem. Sie trieben fleissig Handel und Wohlstand breitete sich aus. Die Menschen waren zu der Zeit nur im Südwesten Remdans zu finden; es sollte noch Jahrtausende dauern, bis sie Kontakt mit den Elfen machten. Mit dem Wohlstand erreichten die Elfen auch die erste grosse Stagnation. Der grosse Philosoph Mavas'tenua Sonnenglanz bezeichnete dies als die Phase der ersten Blüte, in der für jedes Individuum die optimale Balance zwischen Aufwand und Ertrag erreicht wurde. Die Phase der ersten Blüte dauerte rund viertausend Jahre und wird im Allgemeinen als die schaffensträchtigste Phase der Edhel-moir betrachtet. Zahlreiche Kunstwerke wurden geschaffen, die Philosophie erreichte neue Höhepunkte. Die Unterdrückung von Veränderung und das Verbot neuer Techniken wurden dabei als notwendiges Übel nur all zu gerne ertragen. Aus dieser Zeit stammen auch die Wurzeln der heutigen Bürokratie-Versessenheit der Eldhel-moir.

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