Das Sønfjel-Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besiedlung des Nordens Remdans durch Menschen liegt schon mehrere tausend Jahre zurück. Obwohl diese eher unwirtliche Gegend nur bedingt für den Ackerbau geeignet ist, machten sich von jeher nomadische Völker von Jägern und Hirten die Sommerwanderungen der riesigen Birgeherden zu nutze. Das Birge mit seinem äusserst geschmeidigen und daher kostbaren Fell und den ausladenden, geschwungenen Hörnern, war neben dem eher seltenen Mamut lange Zeit der Grundpfeiler für verschiedene Jägerkulturen.

Unbeachtet und unbelästigt von den beiden Zwillingsreichen der Elfen im Süden, trieben die menschlichen Ureinwohner friedlichen Handel mit ihren Nachbarn. Das Volk der Yami war lange Zeit das dominante Menschenvolk des Nordens. Dieses bescheidene Jäger-, und Hirtenvolk lebte halb-nomadisch, die primären Handelsgüter waren Felle, das wohlriechende Fett aus der Talgdrüse des Woa-sameis und Elfenbein.

Mit der Ankunft der Sønfjeler vor rund einhundertfünfzig Jahren änderte sich dies. Den Metallwaffen der Sønfjeller hatten die Yami nichts entgegen zu setzen. Die Sønfjeller stammen aus dem Westen. Ihre Sagen und Geschichten berichten, dass sie vor einem unsagbaren Schrecken geflohen sind. In nur gerade dreissig Jahren eroberten die Sønfjeller den gesamten Norden, ein stetiger Strom von Einwanderen erlaubte es den Sønfjeller, immer tiefer ins Landesinnere vorzurücken und dabei die Eingeborenen immer weiter und weiter in die karge Taiga des Nordens zu verdrängen. Die Jurten und Fellhütten der Yami verschwanden, an ihre Stelle traten die strohbedeckten Langhäuser der Sønfjeller.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sønfjel-Reich besteht aus vielen kleinen, politisch unabhängigen Herrschaftsgebieten. Jeder Kuonnig, so der Fürstentitel, herrscht uneingeschränkt über seinen Gau. Der Fürstentitel wird generell nicht vererbt, auch wenn dies durchaus nicht unbekannt ist, sondern erstritten. Dies geschieht entweder nach dem Tode des Kuonnigs oder, sehr selten, nachdem bei einer offenen Wahl zwei Drittel der Krieger dem König die Unterstützung versagt haben. Der Kuonnig ist nicht nur Herrscher, er ist auch Gesetzgeber und Richter; Streitfälle werden von ihm geschlichtet, die Urteile werden von ihm verkündet. Nur dem Kuonnig eines Gaues ist es erlaubt, jemanden zum Tode zu verurteilen. Da der Kuonnig natürlich nicht jeden Streitfall behandeln kann, werden Bagatellfälle meistens von einem Dorfrat abgehandelt. Schon bald nach der Ankunft der Sønfjeller in Remdan trafen diese auf die Elfen. Obwohl die ersten Kontakte friedlich verliefen, stellten sich schon bald Spannungen zwischen den beiden Völkern ein. Die reichen und fruchtbaren Gebiete lockten die eroberungsfreudigen Sønfjeller. Es dauerte daher auch keine zehn Jahre, bevor es zu ersten Überfällen auf Elfensiedlungen durch die Sønfjeller kam. Die Elfen reagierten prompt darauf und ein erster Krieg brach aus, mit für die Sønfjeller drastischen Folgen: die zweitgrösste Siedlung der Sønfjeller, Linnes, fiel in die Hände der Elfen. In den nächsten einhundert Jahren kam es immer wieder zu Reibereien und kleineren Kriegen.

Und auch wenn der eine oder andere Kuonnig mit den Elfen Frieden schloss, so beeindruckte dies die anderen Kuonnige nicht im geringsten; sie stritten munter weiter. Der Höhepunkt des Konfliktes wurde mit der Rückeroberung von Yil Amuil, vormals Linnes, heute Hammers Schlag, erreicht. Ein weiterer Konfliktherd innerhalb des Sønfjel-Reiches sind die Yami, die Ureinwohner des Nordens. Sie werden von den Sønfjellern wie Untermenschen behandelt, Rechte haben sie kaum. Auch ist es den Yami vielerorts nicht mehr möglich, ihre alten Sitten und Traditionen ungestraft zu auszuüben. In den letzten einhundert Jahren wurden sie immer weiter und weiter in den Norden gedrängt.

Yami werden von den Sønfjellern gerne als Sklaven gehalten. Zwar regt sich Widerstand gegen die Besetzer, doch die Yamis sind kein kriegerisches Volk. Der Widerstand ist daher unorganisiert äusserst ineffektiv. In der Tat sind manche Yami sogar dazu übergegangen, die Lebensweise der Sønfjeller zu kopieren.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sønfjeller sind harte und rauhe Gesellen. Sie haben einen ziemlich praktischen bis äusserst blutigen Sinn für Humor. Besonders stolz sind sie auf ihre Kampfkünste, das traditionelle Axtwerfen darf bei keinem Fest als Wettkampfsdisziplin fehlen. Ihre Kleidung besteht gewöhnlich aus Wolle oder Leinen, geschnitten in Form einer Tunika mit rechtwinkligem Ausschnitt, dazu meistens Strümpfe aus Wolle oder Leinenhosen. Die Frauen tragen bodenlange Röcke, in Form und Farbe variieren sie stärker als die Hemden der Männer. Des kalten Wetters wegen tragen sowohl Männer wie auch Frauen im Winter Mäntel und Umhänge aus Fell. Das Fell des Hermelins oder das des Eisfuchses ist dabei besonders begehrt. Neben den Walfängern geniessen die Schmiede bei den Sønfjellern ein besonders hohes Ansehen. Da nur ein geringer Teil des Nordlandes für den Anbau von Nutzpflanzen geeignet ist, ist es nicht erstaunlich, dass die Sønfjeller einen Grossteil ihrer Nahrung aus dem Meer beziehen. Sie sind ausgezeichnete Fischer und machen auch Jagd auf die Wale der Nordmeere. Der Beginn der alljährlichen Waljagd-Saison ist daher auch immer wieder Anlass für grosse und ausgiebige Feste. Im Landesinneren sind die Sønfjeller dazu übergegangen, harte und bittere Knollengewächse zu kultivieren. Diese Knolle, die Jaraguri-Knolle, ist nicht unbedingt wohlschmeckend, sie ist aber äusserst nahrhaft. Zudem ist es beinahe die einzige Nutzpflanze, welche den harten Winter des Nordens unbeschadet übersteht. Des weiteren haben einige Sønfjeller die angefangen die einheimischen Tiere, wie zum Beispiel das Birge, zu domestizieren. Auch den Handel haben die Sønfjeller für sich entdeckt. Ihre Handelswaren, Elfenbein, wohlriechende Fette, Horn und Metalle, sowie das Handelsmonopol auf verschiedene Felle, halten ihnen dabei sämtliche Häfen offen, da der Handel mit den Sønfjellern immer hohe Profite verspricht.

Die Sønfjeller sind trinkfeste Genossen. Sie trinken hauptsächlich ein aus Honig gebrautes Getränk namens Met. Seitdem sie allerdings durch den Kontakt mit den Elfen von den Künsten des Destilierens erfahren haben, werden auch hochprozentige Wässerlein immer beliebter. Sklaverei ist in den Sønfjeller-Gebieten weitestgehenst legal und gesellschaftlich akzeptiert. Bei den Sklaven handelt es sich dabei meist um Gefangene aus Beutezügen oder in Gefangenschaft geratene Yami. Zwar werden die Yami welche in den von den Sønfjellern eroberten Gebieten leben als Freie anerkannt, ihre Verwandten in den umkäpften Zonen geniessen diesen Status jedoch nicht. Sie gelten als Rebellen und Aufständler und werden in den meisten Fällen nicht besser behandelt als Vieh.

Die Sønfjeller leben im allgemeinen in der einfachen Ehe. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass ein Sønfjeller sich mehrere Frauen nimmt, meist aus politischen Gründen. Kinder, die mit Sklavinen gezeugt wurden, sind von der Erbfolge nicht ausgeschlossen; sie werden als legitime Kinder betrachtet. Allerdings kann der Vater die Legimität leugnen, das Kind verbleibt dann in der Sklaverei. Scheidungen sind äusserst selten, sie können jedoch von Frauen und Männern gleichermassen ausgesprochen werden. Gründe für die Scheidung sind; Unfruchtbarkeit, Untreue, häusliche Gewalt, Trinksucht und Vernachlässigung des Ehepartners.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sønfjeller verehren Bohor und Savara. Beides sind Kinder der alten Göttin und haben den gleichen Vater: Thûrun, der Geblendete. Sowohl Bohr als auch Savara sind eifersüchtige und stolze Götter, deren Zorn schnell erregt und nur mit viel Mühe besänftigt ist. Es ist daher nicht unbekannt, den Göttern das Wertvollste aller Geschenke darzubringen; das Blutopfer. Dabei handelt es sich meistens um gefangene Sklaven. Meistens. Der Brauch der Blutopfer war bei der Ankunft der Sønfjeller vor rund einhundertfünfzig Jahren noch weit verbreitet, inzwischen ist er jedoch nur noch vereinzelt anzutreffen. Auch Thûron wird von den Sønfjellern verehrt, wenn auch nicht so stark wie Bohor und Savara. Thûron, so geht die Legende, war einer der ersten Menschen. Er lebte lange vor der Ankunft des ersten Schattens und war ein mächtiger Krieger. Es heisst, er habe Tâl-mor, dem Schmied der Götter, das Feuer im Kampf abgerungen. Zudem soll er Yilâ-nua überlistet und so die Unsterblichkeit erlangt haben. Ihm ist es als erster Mensch gelungen, die Flamme der Götter zu berühren. Schon damals wurde er als Gott verehrt. Jahrtausende stand er den Menschen bei, erst im Krieg des Morgens, als sich die Gabe der Magie sich plötzlich allen Sterblichen offenbarte, zog er sich zurück. Als Thûron wieder zurückkehrte, war er verändert. Aus dem mutigen, schalkhaften Strolch war ein düsterer Gott geworden, der keine Gnade mehr kannte und keinen Sinn für Schalk mehr hatte. Über die Ursache der Veränderung gibt es viele Spekulationen und Geschichten, doch niemand weiss, wo die Wahrheit liegt. Als mit der Ankunft des zweiten Schattens die dunkle Göttin wieder erwachte, stellte sich Thûron auf ihre Seite. Er zeugte mit ihr zwei Kinder; Bohor und Savara. Beide versklavten sie die Völker der Menschen und machten sie sich untertan. Eines dieser Völker waren die Sønfjeller. Nach ihrer Ankunft auf Remdan wandten sich die Sønfjeller von ihren alten Götter ab. Langsam verbreitete sich der Viergötter-Glaube, getragen vom Handel und den Missionaren des Südens. Der Grund für ihre Ankunft ist heute noch ein Tabuthema für die Sønfjeller. Sie sprechen nicht darüber, nur noch die ältesten der Alten wissen noch den wahren Grund für ihre Flucht über das Meer, doch sie sprechen nur von dunklen Schatten, wenn sie darauf angesprochen werden.

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